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Exkursion zu der KZ Gedenkstätte in Dachau
Auch dieses Jahr besuchte die 9. Jahrgangsstufe ein Konzentrationslager, diesmal war es die Gedenkstätte in Dachau. Damit hatten wir die Möglichkeit ein ehemaliges KZ in Wirklichkeit zu sehen und da wir schon im Geschichtsunterricht einige wissenswerte Fakten über die NS-Zeit und die Entstehung der KZs gelernt haben, waren wir gut vorbereitet.                                       
Unsere Exkursion begann mit einem Besuch des Museums der KZ-Gedenkstätte Dachau, die sich im alten Wirtschaftsgebäude befindet. Das Museum stellt eine Zeitreise von der Weimarer Republik bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges sowie das Leben, den Tod und die Befreiung der Häftlinge des KZs Dachau dar. Außerdem wurde man begleitet durch viele Bilder, die man nie wieder vergessen wird. Dieses Gefühl wurde durch einen Film, der noch mehr über die systematische Verfolgung und Vernichtung anderer ?Rassen? und politischer Gegner, wie auch über die Geschichte des KZs Dachau erzählt, vertieft. Nach einer kleinen Pause begann unsere Führung über das riesengroße Gelände des Konzentrationslagers am Jourhaus. Die Idee hinter dem KZ war, zuerst politische Gegner zu inhaftieren und sie zur Arbeit zu zwingen, aber auch die Bürger abzuschrecken. Dafür war eine leerstehende Waffenfabrik in Dachau (das heutige Jourhaus) perfekt geeignet. Deswegen eröffnete man 1933 das erste KZ in Dachau. Bald bemerkte man aber, dass die Fabrik zu klein wurde und man sie schwer überwachen konnte. Deswegen wurden die Häftlinge dazu gezwungen, direkt daneben ein neues Konzentrationslager nach dem Plan von Theodor Eicke zu bauen, das zum Grundbauplan von allen Konzentrationslagern in Europa wurde. Das Jourhaus wurde dann zum Dienstgebäude der SS. Unsere zweite Station war das Lagertor, das mit dem Satz "Arbeit macht frei" beschriftet ist. Das war natürlich blanke Ironie und diente nur dazu, die Häftlinge dazu zu bringen, immer mehr und gut zu arbeiten, in der Hoffnung freigelassen zu werden. Denn sie mussten jeden Tag 12-14 Stunden in verschiedenen Arbeitskommandos hart arbeiten. Das schwerste Arbeitskommando war die Kiesgrube. Besser ging es den Häftlingen, wenn sie in der Bäckerei arbeiten konnten, denn das war körperlich nicht sehr anstrengend und es war immer warm. Hinzu kam eine starke Unterernährung der Häftlinge, sodass viele von ihnen schließlich verhungerten. Bei der Ankunft der Häftlinge im KZ, wurden sie auf Karteikarten aufgenommen, mussten alles abgeben, sich ausziehen und bekamen dünne Kleidung. Im Winter mussten sie trotzdem arbeiten, auch wenn ihnen sehr kalt war. Dies konnten wir in Ansätzen nachvollziehen, denn am Tag unseres Besuches hat es geregnet, es war sehr kalt und glatt, aber wir mussten keine Schwerstarbeit verrichten.
Unsere nächste Station war der zentralste Ort des Konzentrationslager, der Appellplatz, an dem alle Häftlinge zum Morgenappell antreten mussten und wo sie auch vor allen anderen bestraft wurden. Es gab insgesamt drei Strafen, die sogenannten ?Drei bösen B?, das Baumhängen, den Bock oder den Bunker.
Es waren brutale Strafen und es gab es zwei Auswege, diesen zu entkommen: Flucht und Selbstmord. Die Flucht war fast nicht möglich, denn wenn jemand fliehen wollte, gab es einen Strafappell mit Kollektivstrafen, die zur Folge hatten, dass Häftlinge ihre Leidensgenossen verrieten. Damit wurden auch Beziehungen zwischen Häftlingen verhindert und somit auch die Bildung großer Gruppen, die sich eventuell zur Wehr hätten setzen können.
Außerdem war der Weg nach draußen sehr schwer, denn sie mussten den grünen Streifen, die 140-150 m tiefen Gruben, die Stacheldrähte, den elektrisch geladenen Zaun und den oberen Stacheldraht überwinden. Selbstmord war zwar möglich, aber es kam zu sehr wenigen Fälle, weil die Menschen leben wollten und die Hoffnung hatten, freigelassen zu werden. Wenn man sich aber entschied, Selbstmord zu begehen, hatte man die Möglichkeit, sich den grünen Streifen zu nähern, denn die Regel war:"Wer sich den grünen Streifen nähert, wird von den Wachmännern in den Wachtürmen erschossen." Der nächste Punkt auf unserer Führung waren die Baracken, die zu Unterbringung der Häftlingen dienten. Die Zeit in den Baracken wurde als angenehmster Teil des Tages beschrieben, weil man weder geschlagen wurde noch arbeiten musste. Trotzdem hatten die Gefangenen keine Privatsphäre in den Toiletten oder in den Betten, die zwei bis drei Ebenen hatten. Man unterscheidet jedoch die Zeit am Anfang das KZ und am Ende, denn je voller es wurde desto katastrophaler wurden die Zustände.
Diese Entwicklung erkennt man auch in den beiden Baracken, die nachgebaut wurden. Alle anderen 30 Baracken, in denen 1000 Personen hinein passten, wurden aus Sicherheitsgründen abgerissen. Alles andere in der Gedenkstätte ist jedoch original.
Danach gingen wir weiter auf die Lagerstraße, die durch die beiden Barackenblöcke hindurchführt. Dort wurde uns erklärt, dass es außer den normalen Baracken auch Funktionsbaracken gab, z.B. das Krankenrevier, das man mit unserem heutigen Krankenhaus vergleichen kann. Dort wurden aber auch Versuche an Menschen durchgeführt.
Unsere letzte Station war das Krematorium. Die Leichen wurden im Krematorium verbrannt und die Asche im Boden vergraben. Somit bekamen wir das Gefühl, auf tausenden Leichen zu laufen. Von den insgesamt 200.000 Häftlingen, die in Dachau und in Außenlagern festgehalten wurden, sind 120.000 Menschen gestorben. Die Restlichen wurden durch die Amerikaner 1945 befreit. Heute können wir uns glücklich schätzen in einem Land fast ohne Rassismus und Benachteiligung zu leben. Wir dürfen aber nie vergessen, was gewesen ist und müssen diese Menschen ehren, die für unsere heutige Freiheit und Demokratie sterben mussten. Wir müssen dankbar sein für das, was wir haben und uns nicht schämen für das, was wir sind.
Deswegen: Hallo! Mein Name ist Michael Lobanov. Ich bin 15 Jahre alt. Ich besuche die neunte Klasse und ich bin Jude und das ist auch gut so!


Von Michael Lobanov, 9a

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