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Aus Israel konnten wir in diesem Jahr den Zeitzeugen Ilan Katz begrüßen, der (in deutscher Sprache) mit Kursteinnehmern der Q12 über den Nahost-Konflikt sprach.
Zunächst gab Ilan Katz den Schülerinnen und Schülern einen ausführlichen Einblick in sein Privatleben, indem er von seiner Herkunft, seiner Familie und seinen Kindern heute erzählte. Dies tat er freilich nicht ohne Grund: Er wollte veranschaulichen, was es bedeutet als Jude in Israel eine Zuflucht, eine nationale Heimstätte, gefunden zu haben. Was es für seinen Vater bedeutete, vor den Nazis geflohen und buchstäblich mit dem letzten Hemd in Israel angekommen zu sein. Was der Holocaust für die israelischen Juden bis heute bedeutet. Und warum Israel eben jenes Land sein muss, in dem der Staat heute existiert.
Bevor Katz dann in der zweiten Hälfte seines Vortrags auf den aktuellen Nahost-Konflikt einging, erläuterte er die Gesellschaftsstruktur Israels und wie diese sich seit 1948 verändert hat. Etwas Ähnliches, so Katz, kommt gegenwärtig auf Deutschland zu und auch die Bundesrepublik müsse sich künftig fragen, was für ein Staat sie sein wolle.
Auch wenn Ilan Katz sodann nur die israelische Sicht beschrieb, fehlte ihm keineswegs das Verständnis für ?die unmögliche Situation? der Palästinenser und insbesondere auch der arabischen Israelis im eigenen Land, die hier keine eigene Identität entwickeln können, die sich schon allein von der israelischen Flagge ? um nur ein Beispiel zu nennen ? nicht vertreten fühlen können. Katz selbst wohnt im Dorf Ma'alot, welches direkt an die arabische Siedlung Tarshiha grenzt. Freilich, so Katz, entstehen dort, wo Menschen zusammen kommen, auch Freundschaften zwischen Arabern und Juden jenseits des politischen Konflikts. Auch er selbst habe viele arabische Freunde. Aber wenn die Israelis an ihrem Nationalfeiertag an die Unabhängigkeitserklärung ihres Staates erinnern, zeigt sich die Problematik, denn der selbe Tag ist für  die arabischen Israelis der ?Tag der Nakba? (Katastrophe oder Unglück). Diesen Tag könne man nicht gemeinsam feiern. Als in Ma?alot die arabischen Israelis (die dort einen erheblichen Teil der Bevölkerung bilden) mit einer Nakba-Ausstellung an die Flucht und Vertreibung aus ihren Dörfern erinnern wollten, wurde dies einfach vom Bürgermeister der Stadt verhindert.
Noch schwieriger ist natürlich die Situation der Palästinenser in der Westbank und im Gaza-Streifen, für die sich die Schülerinnen und Schüler besonders interessierten. Einzig sinnvoll sei wohl nur die Zwei-Staaten-Lösung, doch die sei unter der Regierung von Benjamin Netanjahu, zu dessen Verehrern Ilan Katz wohl weniger gehört, nicht in Sicht. Trotz seiner ohne Zweifel proisraelischen Haltung sah Katz nur diese Möglichkeit, die auch die Auffassung einschloss, dass irgendwann die Siedlungspolitik verändert werden müsse. Vor allem aber müssten die Menschen aufeinander zu gehen und ihre Geschichte, dieser Punkt war Katz sehr wichtig, gegenseitig akzeptieren. Ein Zurück zum status quo von 1948 könne es fast 70 Jahre später nicht mehr geben.
Nach 90 interessanten Minuten, die die Schülerinnen und Schüler nachdenklich stimmte, diskutierte Katz noch eine Weile weiter und stellte sich bereitwillig den Fragen. Wir danken Herrn Katz für die Einblicke, die er uns als ?Insider? in den Nahost-Konflikt gab.

David Denninger

Aktuelles


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